Böhme Zeitung, 11. März 2010

Presseschau >>

Infoveranstaltung der Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft in Walsrode

hh Walsrode. Seit 1992 sind die meisten Abiturienten weib­lich. In den Sprach- und Kul­turwissenschaften beträgt der Anteil der Studentinnen fast 70 Prozent. Rund 60 Prozent der angehenden Humanärz­te sind Frauen. Und doch ar­beiten mehr als die Hälfte al­ler erwerbstätigen Frauen im Dienstleistungsbereich oder in sozialen Berufen. Noch immer gelten Friseurin, Erzieherin, Verkäuferin und Kauffrau als typische Frauenberufe. Kfz-Mechatroniker, Stahlbauer und Tischler dagegen sind fast reine Männerdomänen.

Anlässlich des Internationa­len Frauentages machte eine Gruppe engagierter Frauen um Gleichstellungsbeauftragte Priska Wethkamp aus Walsrode und Karin Thorey von der Koordi­nierungsstelle Frau & Wirt­schaft Heidekreis jungen Mäd­chen Mut, aus diesem Schema auszubrechen. „Yes, she can!" wandelten sie einen Ausspruch des amerikanischen Präsidenten Barak Obama ab und forderten zu neuen beruflichen Wegen auf. „Mädchen erobern die (Be­rufs-)Welt" überschrieben sie eine Veranstaltung im Bundes­polizeiaus- und Fortbildungs­zentrum in Walsrode.

Im lockeren Verbund fragten sie die mehr als 100 Schülerin­nen der 9. Klassen von Haupt-und Realschulen des Heidekrei­ses nach ihren Traumberufen, informierten über Chancen und Löhne und gaben Tipps zur Vorstellung und zum Bewerbungs­gespräch. In Rollenspielen wur­de auf das sichere Auftreten mit festem Händedruck, Blickkon­takt und fester Stimme hingewiesen.


Vielfältige Anregungen

Junge Frauen in der Aus­bildung zur Malerin, zur technischen Assistentin für Naturkunde in Museen und Forschungsinstituten, zur Par­kettlegerin und zur Polizistin stellten sich vor. Informations­stände und Fachleute berieten über Ausbildungsmöglichkei­ten, einzelne Berufsfelder, Hilfe für Frauen und Möglichkeiten der Weiterbildung.

„Das ist Susi - Hilf ihr auf ihrem Weg in die Zukunft" forderte das Bildungsbüro des Landkrei­ses auf und machte Mut zu so genannten Mint-Berufen. Einige der Schülerinnen überrasch­ten in der von TV-Journalistin Antje Diller-Wolff moderier­ten Veranstaltung mit außerge­wöhnlichen Berufswünschen im handwerklichen Bereich. Eine antwortete selbstbewusst auf die Frage nach dem Berufsziel: „Au­torin". Andere ließen sich von den Lebensgeschichten der Or­ganisatorinnen und den Bera­tungen durch die Repräsentan­ten an den Informationsständen anregen, außer über Erzieherin und Friseuse auch über Tischle­rin, Verfahrenstechnikerin undwissenschaftliche Assistentin nachzudenken.
 

Zurück