Böhme Zeitung, 27. November 2010 |
vo Walsrode. "Toll" - das Lob von Aygül Özkan kam spontan. Am Freitagnachmittag besuchte die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration die Koordinierungsstelle (Ko-Stelle) Frau & Wirtschaft Heidekreis und den Überbetrieblilchen Verbund Familie & Beruf e. V.. In der Walsroder Geschäftsstelle erläuterte Ko-Stellenleiterin Karin Thorey das Projekt in Trägerschaft der Volkshochschule, das Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf erleichtern soll.
Der Besuch stand nicht zufällig unter dem Motto "Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Denn der Wiedereinstieg sei ein Mütterproblem, stellte Thorey unwidersprochen fest. Die Ko-Stelle versuche, mit integrierten Angebot und einem Netzwerk, dem Überbetrieblichen Verbund, zu helfen. Die Hilfe reiche von der individuellen Beratung über Qualifizierung und Vermittlung von Arbeitsplätzen bis hin zur Organisation der Kinderbetreuung. 2009 hat es laut Thorey 366 Einzelberatungen und 43 Informationstage mit Gruppenberatungen gegeben.
Vom Besuch erhoffte sich Özkan auch Anregungen für ihre Stellungnahme zum Referentenentwurf des Bundes, der das Anerkennungsverfahren für ausländische Ausbildungs- und Studienabschlüsse regeln soll.
"Grausame Situation"
"Das ist grausam", beschrieb Thorey die Situation, wenn hochqualifizierte Ingenieurinnen der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt verwehrt bleibe, weil ihre Diplome nicht anerkannt würden: "Die gehen dann putzen." Die Gesellschaft könne es sich nicht leisten, auf dieses Potenzial zu verzichten.
20 Koordinierungsstellen gibt es in Niedersachsen. Özkans Ministerium steuert 77 Prozent zum 200000-Euro Budget der Heidekreis-Einrichtung bei, wo außer Thorey Sabine Prenzel und Petra Gora tätig sind. Allerdings nur noch bis 2013. Dann läuft das Projekt aus. Landrat Manfred Ostermann appellierte an die Ministerin, frühzeitig Weichen zu stellen, damit diese "eminent wichtige Einrichtung an der Nahtstelle Unternehmen-Familien" ihre Arbeit reibungslos fortsetzen könne.
Zurück