Böhme Zeitung, 9. Oktober 2010 |
me Soltau. Soltaus Burgermeister Wilhelm Ruhkopf hatte es sichtlich schwer, die Treppen zur Bühne hinauf zu kommen Der Grund: Er konnte am Freitag als Erster zu Beginn der Messe „Mitten im Leben - Lebensqualität für die Generation plus" in der Alten Reithalle in Soltau ausprobieren, wie sich der "Age Expiorer" - ein Ganzkörperanzug, der das Altsein simuliert - anfühlt.
Im Selbsttest konnte Ruhkopf erfahren und verstehen, dass die Bewegungen im Alter langsamer sowie schwerfälliger werden und warum es hei älteren Menschen an der Kasse im Supermarkt manchmal etwas länger dauert, wenn sie das Kleingeld zählen. So simulierten beispielsweise die Handschuhe, dass das Feingefühl in den Fingern nachlasse und die Finger mit zunehmendem Alter steifer würden, wie Sonja Haverkamp vom Meyer-Hentschel-Institut erklärt. Das Institut, das als einer von insgesamt 50 Ausstellern auf der Messe vertreten war, entwickelte 1995 den Prototyp dieses Anzugs.
„Aber das Schlimmste ist die Beeinträchtigung der Sicht und des Gehörs", stellte Ruhkopf fest. Beim Versuch, auf einer Karte Pizzasorten vorzulesen, hatte er so seine Mühe. „Pizza Napoli" konnte das Stadtoberhaupt hoch lesen, bei den Zutaten war dann Schluss: „Da muss ich mich überraschen lassen", brachte Ruhkopf die Anwesenden zum Lachen.
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Begehrtes Objekt
Ausprobieren, anfassen und mitmachen war das Motto für die zahlreichen, oft jungen, Besucher der Messe. Wenngleich der „Age Explorer" das begehrteste Versuchsobjekt an diesem Nachmittag war, konnten sich die Gäste an einem Stand des Heidekreis-Klinikums den Blutdruck messen lassen, Hörakustik-Schmitz bot einen Hörtest. Beim Stand des Bildungsbüros Heidekreis gab es die Möglichkeit, sein Gedächtnis zu prüfen.
Einen Körperstabilitätstest bot die Initiative Gesundheit Soltau an. Der Koordinationstest „S3 Check" misst das GIeichgewichtsverhalten. „Der Test gibt Rückschlüsse auf Fehlhaltungen, die mithilfe von Training ausgeglichen werden können", sagt Vanessa Meyer, Gesundheitsmanagerin der Initiative. Bei Botho Obermüller aus Düshorn stellte Meyer eine stärkere Belastung des rechten Beins fest. "Das Wegkippen zur Seite ist sehr intensiv", befand der Proband.
Karin Thorey Leiterin der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis, hob den Erfolg der Veranstaltung hervor. Die Resonanz sei so gut gewesen, dass noch weitaus mehr Aussteller hätten teilnehmen können. Die hohe Zahl von gut 1000 Besuchern hätte Thorey zudem nicht erwartet. Deshalb denken die Veranstalter bereits über die 2. Messe dieser Art im kommenden Jahr nach. 286575
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