Heide Kurier, 7. Juli 2010

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SOLTAU (mwi). „Best Ager" oder „Silver Surfer" - der Marketing-Jar­gon hat bereits vielversprechende und wohl unvermeidlicherweise englische Begriffe kreiert, um das wirtschaftliche Potential der älteren Generation zu umreißen. Für Karin Thorey, Leiterin der Koordinierungsstelle (Koo-Stelle) „Frau & Wirtschaft Heidekreis" und Ge­schäfttsstellenleiterin des „Überbe­trieblichen Verbundes Familie & Be­ruf" (ÜBV), Dr. Claus-Jürgen Bruhn, Vorsitzender des ÜBV, und Hartwig Mienert, Leiter der Soltauer Ge­schäftsstelle der Agentur für Arbeit, ist es schlichtweg die „Generation plus". Und die steht bei einem ganz besonderen Projekt im Mittelpunkt, wie die drei am vergangenen Mon­tag erläuterten: Unter dem Motto „Mitten im Leben - Lebensqualität für die Generation plus" soll in der Alten Reithalle in Soltau am B. Ok­tober eine Messe rund um dieses Thema über die Bühne gehen.


In Beratungsgesprächen mit Frauen, die nach längerer Pause in den Beruf zurückwollten, habe sich für Thorey immer stärker der Seniorenbereich als Perspektive herauskristalilisiert: „Und das gilt nicht nur für Betreuung und Pflege", so die Koo-Stellenleiterin. Im Zuge der demo­graphischen Entwicklung nimmt die Zahl älterer Menschen kontinuierlich zu, und dies mit weitreichenden Kon­sequenzen in vielen Bereichen. „Ich hatte deshalb die Idee einer solchen Messe und habe Herrn Mienert angesprochen", berichtet Thorey.


Mit dem Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit fand sie einen Mit­streiter: „Durch die Entwicklung hin zu einer immer älteren Bevölkerung, die zudem über finanzielle Ressour­cen verfügt, enstehen Bedürfnisse, die man wirtschaftlich befriedigen kann. Diese Möglichkeiten am Markt soll die Messe deutlich machen", so Mienert. Einige Bereiche liegen dabei auf der Hand, während andere Branchen das Potential bisher erst zum Teil erkannt haben. So werden Optiker und Hörgeräteakustiker in in Zukunft mehr zu tun bekommen. Aber auch Pkw-Hersteller stellen sich bereits stärker auf ihre etwas betag­tere Klientel ein und bauen Autos, de­ren Fahrersitz sich nicht mehr nur 30 Zentimeter über der Straße befindet. Aber auch Supermärkte können sich intensiver auf diese Kundschaft einstellen, und Baumärkte haben das Zeug zum Dorado für aktive hand­werklich begabte Rentner.

Die Palette ist umfänglich und ließe sich beliebig erweitern - von ge­sundheitlichen und touristischen Angeboten über kulturelle Veranstal­tungen und Bildung bis hin zu bar­rierefreiem Wohnen (Handwerkerlei­stungen) oder Versicherungsvorsor­ge fürs Alter. Und natürlich gehören auch Angebote und Dienstleistungen aus dem großen Sektor „Gesundheit und Pflege" mit dazu.  Ihnen allensoli die MessedieMög­lichkeit bieten, sich zu präsentieren und Kontakte untereinander, aber auch zu interessierten Besuchern zu knüpfen. Dabei haben die Initiatoren allerdings nicht nur Einrichtungen und Unternehmen im Sinn, die sich vorstellen, sondern sehen auch die Chancen für den Arbeitsmarkt. Dazu Mienert: „Dieser Sektor kann beruf­liche Perspektiven bieten, auch für Existenzgründer, die hier den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen." Doch auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Wissen und Erfahrung ohnehin wieder stärker in der Wirtschaft geschätzt werden, sind hier unter Umständen gefagt, wie die Koo-Stellenleiterin betont: „Gerade in sensiblen Bereichen wie etwa der Prothetik lassen sich ältere Menschen oft lieber auch von älte­ren Kräften beraten oder bedienen."


Neben diesen Facetten dürfen auf der Messe natürlich auch andere Ein­richtungen, insbesondere auch aus dem ehrenamtlichen Bereich nicht fehlen. Dazu gehören Vertreter der hiesigen Seniorenbeiräte ebenso wie etwa das Schneverdinger Mehrge­nerationenhaus oder der Soltauer Verein Mehrgenerationen-Wohnen. Schließlich soll es auch um „Zu­kunftsvisionen statt Ruhestand" und „Angebote und Trends" gehen.


Mangelnde Resonanz befürchtet Thorey nicht für die Messe. So gab es bereits am 25. Juni eine Informa­tionsveranstaltung für potentielle Teilnehmer: „Daran haben 40 Ver­treter verschiedener Bereiche teilge­nommen - mehr als wir eingeladen hatten. Und natürlich habe ich auch die 85 Unternehmen des "Überbe­trieblichen Verbundes" angespro­chen." So ist die Messer als land­kreisweite Veranstaltung gedacht. Doch da der Landkreis Soltau-Fallingbostel groß und nicht alle ents­pechend mobil sind, soll im Frühjahr eine zweite Messe, dann im Südkreis auf dem Plan stehen. Wer sich jetzt auch mit einem Stand auf der Messe in der Alten Reithalle in Soltau präsentieren möchte, bisher aber noch nichts davon wuß­te, hat noch alle Möglichkeiten, denn bis zum B. Oktober ist es noch ein ganzes Weilchen hin. Interessierte können sich also noch bequem für weitere Informationen und Anmel­dungen an Karin Thoreys Büro, Klei­ner Graben 22 a, 29664 Walsrode, Tel. (05161) 485621, wenden.

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