Walsroder Markt, 24. August 2011 |
LANDKREIS (hf). Die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft Heidekreis (KooStelle) ist zwar von Walsrode nach Soltau gezogen, aber für die Klientel ändere sich eigentlich gar nichts, das versicherte Karin Thorey, Leiterin der KooStelle und Geschäftsführerin des Überbetrieblichen Verbundes, bei der Vorstellungdes neuen Weiterbildungsangebotes. Neu ist lediglich, dass die Zusammenarbeit mit dem Unternehmerinnen-Netzwerk erstärkt wird.
Speziell für Existenzgründerinnen werden gemeinsame Vorträge angeboten, erläutert Natascha Fabian vom U-Netzwerk. Der Weg in die Selbstständigkeit, so Karin Thorey, sei für viele Frauen oft der einzige Weg zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Etwa 50 bis 60 Beratungen führt die KooStelle allein auf diesem Sektor pro Jahr durch.
Das aktuelle Weiterbildungsprogramm beinhaltet neben dem Thema "Existenzgründung" die typischen Themen für Berufsrückkehrerinnen nach Familienphase, wie zum Beispiel die richtige Bewerbun, das richtige, selbstbewusste Auftreten, Kommunikation, Qualifizierungen in Büroarbeit, Schriftverkehr und EDV.
34 Seminare plua Einzelcoachings in bestimmten Fällen und acht Fachvorträge stehen in der neuen handlichen Weiterbildungsbroschüre, die in dieser Woche öffentlich ausgelegt werden soll. Sie wird in Arztpraxen, Banken, öffentlichen Gebäuden den Verwaltungen, bei den Unternehmen des Überbetrieblichen Verbundes sowie bei der KooStelle in Soltau und beim U-Netzwerk erhältlich sein.
Neu im reichhaltigen Angebot, das auch auf Referentenseite hochkarätig besetzt ist, sind ein kostenloser Bewerbungsmappen-Check als jetzt regelmäßiges Angebot, eine erweiterte Vortragsreihe zur Existenzgründung in Zusammenarbeit mit dem Unternehmerinnen-Netzwerk, ein Seminar zur "Akquisefür Kleinunternehmerinnen" und ein spezielles Büroseminar zur Vermittlung der aktuellen Änderungen im Schriftverkehr.
Das Thema "Existenzgründung" habe man als Schwerpunkt gewählt, so Karin Thorey, weil es für viele Frauen der einzig gangbare Weg in eine berufliche Zukunft sei - mit Familie oder als Alleinerziehende. Zur Verdeutlichung hatte sie zwei Frauen aus dem Heidekreis mitgebracht, die erst kürzlich erfolgreich den Weg in die Selbstständigkeit beschritten hatten.
Monica Carmen Warnke, gebürtige Peruanerin, studierte Bauingenieurin und Mutter von vier Kindern, so die Leiterin der KooStelle, sei ein gutes Beispiel dafür, welch fachlich qualifizierte Kompetenzen bei den bisher nicht berufstätigen Frauen schlummern.
Monica Carmen Warnke hat sich nach Beratung durch die KooStelle mit einem eigenen Ingenieurbüro für LED-Lichttechnik, Windernergie und Solartechnik selbstständig gemacht. So könne sie von Zuhause aus arbeiten und sich um ihre Kinder kümmern, wenn ihr Mann beruflich außerhalb tätig ist.
Die Benefelderin Ina Jerate-von Bostel hat sich als Raumgestalterin und gelernte Malerin und Lackiererin selbstständig gemacht. "Nach der Scheidung wollte ich für meine zwei Kinder vorbildlich sein und nicht immer nur für wenig Lohn putzen gehen", erklärte sie. Gut eineinhalb Jahre habe sie mit sich gerungen und sich von der KooStelle beraten lassen. Den letzten Ausschlag habe für sie gegeben, dass in Benefeld eine Ganztagsschule eingerichtet wurde.
Ohne die Beratung und dieses schulische Angebot hätte sie das nicht gepackt, meinte sie, denn Gründerkredite von heimischen Banken gab es nicht.
Natascha Fabian, Steuerberaterin und Unternehmensberaterin, kennt dieses Problem. Nicht nur die heimischen Banken und Sparkassen würden kaum Risikokapital für Gründungen gewähren.
Und bei der NBank gehe die Förderung erst bei Darlehen ab 33.000 Euro los. Frauen würden aber meist nicht gerne so groß und mit vielen Schulden starten, so die U-Netz-Vorsitzende. Frauen würden vorsichtiger gründen. Ihre Gründung sei deshalb oft nachhaltiger.
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