Walsroder Zeitung, 11. Oktober 2010 |
Rund 50 Stände, gute Besucherzahlen und allerhand Wissenswertes zu Chancen und Risiken des Lebens im Alter - die erstmals im Landkreis 5oltau-Fallingbostel veranstaltete Messe „Mitten im Leben" war ein voller Erfolg. Die Veranstaltung in der Alten Reithalle in Soltau hatte die „Generation plus" im Blick, also vornehmlich Menschen ab 50 Jahren. Organisiert wurde die Messe von der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis, dem Überbetrieblichen Verbund Familie & Beruf sowie der Agentur für Arbeit.
Soltau (mey). Landrat Manfred Ostermann betonte in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung gerade der „Generation plus" für den Landkreis: „Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt. ist im Jahr 2040 mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer älter als 45 Jahre." Der demografischen Entwicklung - einen deutlichen Geburtenrückgang bei gleichzeitiger steigender Lebenserwartung - gelte es jetzt Rechnung zu tragen. Es müsse, so Ostermann, schnellsten sein Umdenken einsetzen: „Das Gleichsetzen von Alter und Hilfsbedürftigkeit muss aufhören!" Schließlich sei gerade diese Generation „medizinisch weitgehend gesund und politisch im Zentrum des Geschehens".
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Anzug lässt künstlich altern
Die Messe "Mitten im Leben" trug dieser Aussage Rechnung. Die Stände boten ein vielfältiges Angebot für die Wünsche und Bedürfnisse der „Generation plus" -von Altersvorsorge-Angeboten über (Fort-)Bildung, Inforntationen zu verschiedenen beruflichen Möglichkeiten bis hin zu Wellnees- und Gesundheitsthemen.
Ein weiteres großes Thema bei der Messe war der Fachkräftebedarf. Nach Angaben des Geschäftsführers der Agentur für Arbeit in Soltau, Hartwig Mienert. herrsche gerade im Gesundheitswesen, der Pflege sowie im Elektrohandwerk große Nachfrage nach Arbeitnehmern - eine große Chance für Ältere, eine Nische auf dem Arbeitsmarkt zu finden.
Eines der Highlights war ein sogenannter "Age Explorer", der den Träger künstlich altern lässt. Der Anzug simuliert durch Gewichte, eine Brille mit „Tunnelblick" und Gelbstich sowie Kopfhörer typische Probleme alter Menschen. Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf testete die Apparatur als erster aus und stellte fest: „Ich würde mir gerne ein Rezept abholen, wie man diesen Zustand vermeiden kann." Alle Tätigkeiten dauerten viel länger, er spüre mit dem Anzug ein ständiges Kribbeln in den Händen, sei unbeweglich und schwer. Kurzum: „Das ist kein schönes Gefiihl."
Nach Angaben von Präsentatorin Sonja Haverkamp wird der Anzug mittlerweile vor allem in der Forschung eingesetzt. „Es fehlte etwas, um zu testen, ob seniorengerechte Produkte auch wirklich seniorengerecht sind", sagte sie.
Auch Informationen zu altersgerechtem Wohnen wurden gegeben - anhand eines Modellhauses aus Legosteinen. Von barrierefreien Übergängen bis hin zur Steuenmg jeder einzelnen Steckdose per Fernbedienung - zum Beispiel, um das Bügeleisen auch außerhalb der eigenen vier Wände auszuschalten - wird für Neu- und Umbauten inzwischen einiges geboten.
Eine Wiederholung der Messe sei wahrscheinlich, sagte Organisatorin Karin Thorey von der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis. Es habe bei der ersten Auflage bereits mehr Anfragen als Ausstellerplätze gegeben. Das zeige, wie groß die Nachfrage von Ausstellerseite sei. Da auch die Besucherzahlen stimmten, stellte Thorey fest: „Die Messe ist ein Erfolg."
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