Walsroder Zeitung, 15. Januar 2010

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Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis stellt Programm für Berufsrückkehrer vor

 

Während die Väter meistens eifrig weiter an ihrer Karriereleiter bauen können, fehlt Müttern zwischen Küche und Kinderzimmer die Zeit, von Zuhause aus beruflich „am Ball zu bleiben“. Wenn die Kinder älter sind, kommt oft die bittere Ernüchterung: Der Wiedereinstieg in den früheren Beruf ist schwieriger als gedacht. Genau hier greift die Arbeit der Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis mit zahlreichen Beratungs- und Seminarangeboten für Berufsrückkehrerinnen – aber auch Berufsrückkehrer.

 

Walsrode (jo). Die Bilanz nach dem vergangenen Jahr zeigt, dass immer mehr Frauen die Angebote der Koordinierungsstelle wahrnehmen: Insgesamt besuchten 416 Frauen die verschiedensten Seminare und Vorträge. „Besonders beliebt ist das Bewerbungstraining „, sagt Leiterin Karin Thorey, „auch Einzelcoaching ist immer gefragter.“ Väter, die den Wiedereinstieg planen, suchten die Koordinierungsstelle bisher allerdings nur zu Beratungsgesprächen auf. „Viele Frauen, die sich so schon nicht trauen, wurden Anfang des Jahres wohl durch Nachrichten über die Wirtschaftskrise und Entlassungen abgeschreckt“, vermutet Karin Thorey. Im zweiten Halbjahr nahmen jedenfalls doppelt so viele Frauen an Seminaren und Vorträgen teil. Dabei suchten sie aus den unterschiedlichsten Motiven die Koordinierungsstelle auf. „Viele Frauen kommen in akuter Not zu uns, andere wollen einfach etwas für sich tun, ihre wirtschaftliche Situation verbessern oder sich selbstverwirklichen“, sagt Projektmitarbeiterin Sabine Prenzel.

 

Um Berufsrückkehrerinnen passgenaue Hilfe anbieten zu können, aktualisiert das Team von Karin Thorey immer wieder die Auswahl an Vorträgen und Seminaren – schiebt manchmal spontan ein Seminar dazwischen. „So kommt es zustande, dass Kurse stattfinden, die gar nicht in unserem Programmheft stehen“, erklärt die Leiterin. Unter anderem zählt der Vortrag „Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise“ zu den neuen Angeboten. „Hier im Landkreis schlummert ein riesiges Fachkräftepotential“, weiß Thorey von zahlreichen qualifizierten Müttern, aber auch „Frauen mit Migrationshintergrund, die gerne in ihren alten Beruf zurückwollen. Ihr Abschluss wird aber nicht anerkannt, sodass sie weit unter ihrer Qualifikation arbeiten müssen.“

 

Zum Programm gehörte 2009 auch das sehr beliebte Seminar „Mit Stil überzeugen – vom richtigen Outfit für Vorstellung und Beruf“. Neben Bewerberinnen nahmen viele bereits berufstätige Frauen daran teil, um sich einfach über Trends zu informieren“, so die Leiterin.

 

Auch im kommenden Jahr hält die Koordinierungsstelle wieder einige Neuheiten bereit. Der Kurs „Der kleine Anfang – in Teilzeit selbstständig“ soll zum Beispiel Frauen, die anfangs nicht gleich in Vollzeit arbeiten wollen, eine neue Perspektive bieten. „Krankenschwestern können Schichtarbeit und Familie nur schlecht vereinbaren. Selbstständig könnten sie aber stundenweise als ambulante Alten- und Krankenpflegerin Menschen betreuen“, so Karin Thorey. Als ermutigendes Beispiel soll jedes Jahr ein neues Gesicht auf der Vorderseite des Weiterbildungsprogramms dienen: Das Deckblatt 2010 zeigt Iris Frese aus Soltau, die mit vier Kindern erfolgreich den Wiedereinstieg in den Beruf wagte. Heute arbeitet Frese wieder in ihrem alten Beruf als Kranken- und Altenpflegerin.

 

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