Walsroder Zeitung, 26. September 2008

Presseschau >>

„Unternehmen brauchen Frauen – sie sind bereit“

Bad Fallingbostel: Zehn Jahre „Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis“ / Feier im Hof der Heidemark

Kinder, putzen, nähen – und sonst nichts. Beim Blick vergangener Tage auf den „Nutzen der Frau“ entdeckte Moderatorin Antje Diller allerlei Merkwürdigkeiten. Natürlich hat sich die Lage geändert. Doch bei der Feier zum zehnten Geburtstag der „Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis“ im Bad Fallingbosteler Hof der Heidmark wurde auch deutlich: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat nach wie vor ihre Tücken. Unterstützung bleibe deshalb notwendig, sagte unter anderen Karin Thorey, Leiterin der Koordinierungsstelle. Und sie appellierte an Unternehmen, die Bedingungen zu verbessern.

 Bad Fallingbostel

Schon der demografische Wandel zwinge Unternehmen, die Arbeitskraft qualifizierter Frauen im Blick zu behalten, betonte Marita Riggers, Referatsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, und Gesundheit. Junger Nachwuchs fehle zunehmend, Fachkräfte ebenfalls. „ Betreiben sie vorausschauende Personalpolitik“, rief die Referentin die Unternehmen auf. Dazu gehört es, die Bedingungen für eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Im Klartext: Wer Frauen ermöglicht, auch die Versorgung  von Kinder und Alten zu gewährleisten, kann im Gegenzug kundige und motivierte Mitarbeiter bekommen. „Schaffen Sie die Instrumente dafür“, appellierte Marita Riggers.

Die „Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis“ unterstützt auf der einen Seite direkt Frauen (theoretisch auch Männer), die nach einer Familienpause wieder den Einstieg in den Beruf anvisieren. Beratung, Weiterbildung, Information: Die Angebotsliste ist lang. Wichtiges Standbein ist zudem der „ Überbetriebliche Verbund“. Zusammen mit Unternehmen erarbeiten die Mitarbeiterinnen Konzepte, die Kinder, Küche und Karriere unter einem Hut ermöglichen. Dazu gehören so wichtige Stichworte wie „Ferienbetreuung“.

Für diesen Verbund (zurzeit rund 30 Mitglieder) will die Koordinierungsstelle weitere Mitstreiter gewinnen, kündigte Karin Thorey an. Zu den Plänen im kommenden Jahr gehöre außerdem, sich verstärkt um Frauen mit Migrationshintergrund sowie Soldatenfrauen (speziell Munster) zu kümmern. Das übergeordnete Ziel: Frauen und Wirtschaft zusammenbringen. „Unternehmen brauchen die Frauen, und viele qualifizierte Frauen sind auf dem Sprung“, so die Leiterin.

Landrat Manfred Ostermann erinnerte daran, dass die Koordinierungsstelle (Träger ist die VHS) kurz nach ihrem Start 1998 fast schon wieder die Pforten schließen musste – Geldmangel. Mit EU-Mitteln habe die Arbeit schließlich fortgesetzt werden können. Vor zehn Jahren habe es zudem manche Tabu-Themen gegeben, die heute längst alltäglich seien, zeigte er den Wandel auf. Ob Krippe oder Ganztagschule: Die Versorgung von Kindern ist in neue Dimensionen vorgedrungen. Zwischen Musik vom Jazzchor Swing and more, Grußworten und Vorträgen erfuhren Geburtstagsgäste in einem „Expertinnengespräch“ mehr über die Praxis. Berufstätige Frauen mit Familie berichteten über die aktuelle Lage der Dinge.

Mehr Informationen über die Koordinierungsstelle und ihre Angebote gibt es im Internet unter www.koostelle-heidekreis.de

E-Mail: koostelle(at)vhs-heidekreis(dot)de

Zehn Jahre „Koordinierungsstelle Frau & Wirtschaft Heidekreis“: Marita Riggers, Referatsleiterin im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit (li.), und Karin Thorey, Leiterin der Koordinierungsstelle, informiert.

Zurück