Walsroder Zeitung, 9.März 2010

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Info-Börse zu Beruf und Karriere am internationalen Frauentag in Walsrode / Gute Resonanz

51 Prozent der deutschen Bevölkerung sind weiblich - rund 41,9 Millionen Menschen. Die Frauenerwerbstätigkeit liegt bei 64 Prozent, Tendenz steigend. Doch Frauen sind größtenteils immer noch in nur fünf von 87 Berufsgruppen anzutreffen, vor allem im Dienstleistungs- und sozialen Bereich - obwohl sie in typischen „Frauenberufen" weniger verdienen als Männer. Die Lohnlücke liegt bei 23 Prozent. Dabei gibt es auch in vermeintlichen „Männerberufen" gute Chancen für Frauen. Das - und noch vieles mehr rund um das Thema Job und Karriere -zeigte gestern die „Infobörse für Frauen" in Walsrode unter dem Motto: „Yes, she can! - Mädchen erobern die (Berufs-)Welt".

Walsrode (sw). Wo will ich hin? Wie will ich (auch später) leben? Und wie erreiche ich mein Ziel? - Diese Fragen spielen bereits bei der Berufs­orientierung eine große Rolle, schließlich geht es um die ei­gene (finanzielle) Unabhän­gigkeit im späteren Leben. Rund 100 junge Mädchen, überwiegend aus den 8. und 9. Klassen der Haupt- und Realschulen im Südkreis waren am internationalen Frauentag der Einladung des Organisati­onsteams „Frauen für den 8. März" in die Räume der Bun­despolizei in Walsrode ge­folgt. Sie machten sich Ge­danken zu Verdienstmöglich­keiten, zu Brutto- und Nettolöhnen, zu den entsprechenden Unterschieden als Angestellte, Beamtinnen oder Freiberuflerinnen, zu verschiedensten Berufsfeldern, die auf dem Podium und an Info-Ständen präsentiert wurden. Moderatorin Antje Diller-Wolff führte durch das Programm, das von Traumberufen über das selbstbewusste Auftreten bei Bewerbungsgesprächen bis hin zu Fragerunden reichte, Antworten geben, Wege aufzeigen und vor allem Mut machen für die persönliche Weichenstellung lautete das zentrale Ziel der Veranstaltung. Dabei halfen beispielsweise eine junge Parkettlegerin, ein Familiencoach, kleine Rollenspiele und Sketche auf der Bühne.

Die Tipps reichten sogar noch über das rein Berufliche hinaus, auch Hinweise, dass Arbeitgeber ihre potenziellen neuen Auszubildenden durchaus im Internet vorab "durchleuchten", fehlten nicht - also Vorsicht bei lustigen Partyfotos auf Portalen von Facebook etc. Besonders eindrucksvoll war der Auftritt von Barbara Zielke, auch sie erzählte Privates - 1986 schwanger aus Polen nach Deutschland gekommen, später zwar "gut" verheiratet, aber ohne Ausbildung: "Ich war in einem goldenen Käfig, mein Mann hat gesagt, was ich anziehen soll. Aber Frauen wollen anziehen, was sie wollen, wollen ihre Schuhe und Taschen selbst kaufen." Um sich diese Unabhängigkeit zu ermöglichen, machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, heute arbeitet sie in Rotenburg und bildet selbst junge Leute aus.

Am Ende des Vormittages nahmen die jungen Mädchen mit nach Hause: Genug Selbstbewusstsein, ehrliches Interesse, Ernsthaftigkeit und Offenheit für frauenuntypische Karrieremöglichkeiten - dann heißt es am Ende auch "Yes, she can".

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